Alexandra von Rehlingen


Konsum ist etwas Schönes, aber kein Religionsersatz

Alexandra von Rehlingen, PR-Unternehmerin, verheiratet, vier Kinder, Stammgast der Bank seit 2005.

Frau von Rehlingen, was ist Ihr Lieblingsplatz in der Bank?
Mein Feng Shui-Platz ist hier in der Ecke am Fenster. Von hier kann ich den ganzen Raum mit den Menschen überblicken und habe zusätzlich noch den Blick nach draußen.

Was mögen sie, außer diesem Platz hier, noch an der Bank?
Das ist ein Restaurant in das man auch mit internationalen Gäste gehen kann, viele meiner Kunden habe ich schon hergeführt. Ich mag die Atmosphäre, die Bank könnte auch eine Brasserie in New York oder London sein. Außerdem ist die Lage in Hamburg gut. Ich treffe mich hier immer wieder mit vielen Journalisten – ganz egal woher sie kommen, die Bank ist für alle gut zu erreichen.

Was essen Sie hier gerne?
Ich bin schon seit über zwanzig Jahren überzeugte Vegetarierin. Da hat man es in Restaurants oftmals nicht leicht, aber wenn ich Herrn Fischer schön grüßen lasse, zaubert er mir immer etwas.

Ich habe gehört, dass Sie der Gänsestopfleber in der Hamburger Gastronomie den Kampf angesagt haben.
Nicht nur da. Weil es eine schreckliche Tierquälerei ist. Ich habe immer einen Aufkleber der Tierschutzorganisation Peta dabei. Den letzten habe ich in Paris auf eine Leuchtwerbung für Foie Gras aus dem Duty Free geklebt.

Einer diese Aufkleber soll sogar für ein gerichtliches Nachspiel gesorgt haben…
Ach, das ist eine alte Geschichte, lange her. Ich habe damals versucht, eine Hamburger Gastronomin davon zu überzeugen, dass sie keine Foie Gras mehr anbietet. Sehr zu meiner Freude war eines Tages die Gänsestopfleber von der Karte verschwunden. Wofür ich das Restaurant überall lobend erwähnte. Doch dann musste ich feststellen, dass man extra für mich eine Karte gefälscht hatte. Nur auf meiner Karte fehlte die Gänststopfleber! Ich klebte auf die anderen Karten aus Protest meine Aufkleber und verließ das Lokal. Die Gastronomin verklagte mich wegen Sachbeschädigung. Das war einfach nur lächerlich.

Dieser Kampf, ist der typisch für Sie?
Das ist kein Kampf. Ich trete nur für die Dinge ein, die ich für richtig halte. Oft sind die Reaktionen der anderen sehr kämpferisch. (Lacht) Ich finde das wichtig, für Werte zu stehen. Gerade in unserem Beruf. Konsum ist etwas schönes, aber kein Religionsersatz.

Welcher Religion würden Sie den Vorzug geben?
Ich lebe christliche Werte. Die zehn Gebote sind nicht schwer zu befolgen und wenn man daran glaubt, dass Lebewesen eine Seele haben, kann man nicht ernsthaft meinen, dass maßloser Konsum und Sinnlosigkeit gut für die Seele sind.

Gehen Sie selbst in die Kirche?
Ja, und zwar oft. Wenn ich mit der Familie meinen Geburtstag in Peking feiere, haben wir schon ein wunderbares, vegetarisches Restaurant gefunden – und eine Kirche werde ich auch noch finden.

Alexandra von Rehlingen im Gespräch mit Peter Goldammer für die BANK.
Mehr über Alexandra von Rehlingen und ihr Unternehmen finden Sie auf: www.svr-pr.de

Foto von Gerhard Linnekogel

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